16. Dezember 2011

Plätzchen-Adventskalender #16 - Schoko-Linsen-Streusel


Glück muss man manchmal haben, stimmt's? Vor zwei Jahren staubte ich - keine Erinnerung mehr wo - ein Brigitte-Weihnachtsplätzchen-Spezial ab. Mein erster Blick fiel auf die gefüllten Lakritz-Herzen, und mit großem Schwung warf ich das Heft in den Papiermüll. Wuha.

Wenn es etwas gibt, womit man mich jagen kann, dann Lakritz. Süßholz in jeglicher Form löst in mir heftige Abwehrreaktionen aus. So kann ich noch nicht mal etwas essen, das neben Lakritz gelegen hat. Der Geruch, anders kann ich es nicht bezeichnen, lässt mich erschaudern, kleine Erdbebenwellen jagen durch meinen Körper, in meinem Gesicht angekommen, verzieht sich mein Mund in die ultimative kulinarische Abwehrhaltung. Weg damit.

Einige Stunden später, ich trabte erholt am Altpapier vorbei, linste ich doch noch einmal hinüber zum Plätzchenheft. Das Cover sah gar nicht so übel aus. Also klaubte ich mit spitzen Fingern das Heft heraus und blätterte es zaghaft durch. Und was entdeckte ich urplötzlich? Das ultimativ ungewöhnlichste Rezept, das mir bis dato untergekommen war. Schwarze Linsen? Im Plätzchen!

Ich liebe Linsen! Sie waren also gebongt, die Schoko-Linsen-Streusel. Was soll ich sagen, noch heute erinnern sich meine damaligen Plätzchen-Mitesser an diesen kleinen Stern am Plätzchen-Himmel. Und weil wir uns ungewöhnliche Rezepte auf unsere Fahne geschrieben haben, stellen wir es euch heute hier vor.


Die Zutaten:
200 g schwarze Linsen (Beluga-Linsen, gibt es z.B. im Biosupermarkt)
Mark von 1 Vanilleschote (im Original: 1 bis 2 EL flüssiges Bourbon-Vanillearoma)
200 g Zucker
1 TL Meersalz
150 g Zartbitterschokolade (55% Kakaoanteil)
3 EL Schlagsahne
350 g Mehl
175 g Kokosraspel
250 g weiche Butter

Zuerst werden die Linsen gespült und zusammen mit dem Mark der ausgekratzten Vanilleschote und 400 ml Wasser zum Kochen gebracht. Deckel drauf, auf eine mittlere Hitze herunterschalten und etwa 50 Minuten weich kochen lassen. Immer wieder mal umrühren.

Die Schokolade fein hacken und beiseite stellen. Nun 50 g vom Zucker abwiegen und mit einem halben TL Salz zu den fertigen Linsen geben. Alles mit dem Stabmixer fein pürieren. Die gehackte Schokolade mit der Sahne zufügen; durch das noch heiße Püree schmilzt die Schokolade und verbindet sich über die Sahne mit den Linsen. Gut zu einer homogenen Masse verrühren.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Jetzt wird der Streuselteig präpariert: Mehl, Kokosraspel, den restlichen Zucker (d.h. 150 g) und das restliche Salz (d.i. 1/2 TL) in einer Schüssel vermengen und die Butter darüber verteilen. Manuell zügig zu Streuseln verkneten.

Zwei Drittel des Streuselteiges werden auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in Form eines Rechtecks von maximal 1 cm Dicke verteilt und gut angedrückt. Danach die Schokoladen-Linsen-Mischung darauf verteilen, am besten mit einem Teigspatel. Zu guter Letzt die restlichen Streusel gleichmäßig aufstreuen, leicht andrücken. Ab in den Ofen auf mittlerer Schiene für 25 bis 30 Minuten. Die Streusel sollen leicht Farbe annehmen.

Herausnehmen, abkühlen lassen und in Quadrate (von 3 bis 4 cm Kantenlänge) schneiden.



Wir finden sie immer noch umwerfend, ihr müsst sie unbedingt ausprobieren! Das empfehlen euch
(Lieblingsrezept!)
und
 

Kommentare:

  1. Das ist ja wirklich abgefahren.

    Wirklich eines der durchgeknalltesten Plätzchenrezepte, die ich bisher gesehen haben. Muss ich unbedingt ausprobieren. Aber wahrscheinlich schaffe ich es dieses Jahr nicht mehr, vielleicht für nächstes Jahr.

    Es grüßt

    Martin

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  2. @Martin: Wäre so ein schräges Rezept café-tauglich? Ich würde ja sofort zugreifen ... Viele Grüße!

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  3. Ich müsste es natürlich erst einmal ausprobieren und dann muss man die Kunden natürlich probieren lassen, weil sie wahrscheinlich sehr skeptisch wären.

    Wenn ich nächstes Jahr drandenke werde ich es einmal probebacken, bin schon dieses Jahr gespannt was die Leute dazu sagen werden.

    Es grüßt aus dem Bayernlande

    Martin

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