Auch heute habe ich keine Zeit für viele und große Worte. Eine abschließende Herausforderung in der kommenden Woche steht an, und die will gut vorbereitet werden.
Dennoch war das Café Schokozwerg an diesem Wochenende geöffnet, flexibel wie es ist jedoch an anderem Ort. Quasi als Wandercafé. Zu einer Wohnungseinweihungsfeier gab es dieses süße Fingerfood: bunte Mini-Tartes mit Veilchencrème und Pistazien, mit dunkler Schokoladencrème und Heidelbeeren sowie mit gebrannter Zitronencrème. Zwar bin ich wegen der Herausforderung nicht bis zum Schluss geblieben, als die Tür hinter mir ins Schloss fiel, waren von den insgesamt 36 Stück jedoch nicht mehr viele übrig.
Nun lasse ich Bilder sprechen. Mit ein paar rezeptigen Untermalungen.
Die Zutaten für den Teig (ergibt 36 Stück, in der normalen Muffinform in 3 Durchgängen gebacken; aus der Hälfte könnt ihr auch eine Tarte von etwa 24 bis 26 cm Durchmesser machen):
400 g Mehl (Type 405)
50 g Mandeln, gemahlen
50 g Puderzucker
50 g Zucker
2 Prisen Salz
200 g Butter, kalt
2 Eier (Größe M)
Butter in kleine Würfel schneiden und bis zur Verarbeitung im Kühlschrank aufbewahren. Mehl, Mandeln, Puderzucker, Zucker und Salz mischen. Butter zufügen und alles mit den Händen (am besten mit den Handflächen) zügig zu einem sandigen Teig verarbeiten. Eier in einer Schüssel verquirlen, zum Mehl-Butter-Sand geben und schnell zu einem homogenen Teig verkneten. Wenn er zu bröselig ist, etwas kaltes Wasser zufügen. Ist er zu klebrig, noch etwas Mehl. Im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen.
Inzwischen für jede Muffinmulde einen Streifen aus Backpapier zuschneiden, der gut über den Rand hinausragt und ausreichend breit ist, um den kleinen Boden nach dem Backen unfallfrei aus der Form zu ziehen. Außerdem kleine Quadrate für das Blindbacken zuschneiden.
Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Teig nach der Kühlzeit dritteln. Ein Drittel zügig etwa 3 mm dünn ausrollen und mit einer Form (bei mir ein Servierring) von ca. 8 cm Durchmesser 12 Kreise ausstechen. Den restlichen Teig bis zur Verarbeitung im Kühlschrank aufbewahren. Einen Backpapierstreifen in die Form legen, danach den Teig hineinschieben und den Rand vorsichtig andrücken. Mit einem Backpapierquadrat auskleiden und mit Hülsenfrüchten für's Blindbacken füllen. So alle Mulden belegen. Etwa 15 bis 20 Minuten backen. Herausnehmen, Füllung entfernen, die kleinen Böden aus den Mulden ziehen und auf einem Gitter etwa 5 bis 10 Minuten nachbacken. Danach vollständig erkalten lassen. So mit dem restlichen Teig verfahren, bis alle Böden gebacken sind.
Und dann geht es an die Füllungen.
Die Zutaten für die Veilchencrème mit Pistazien (für 12 Mini-Tartes):
250 ml Vollmilch
25 g Stärkemehl
1 gehäufter TL Puderzucker
3 EL Veilchensirup (ich habe den Sirop à la Violette von Jardin d'Elen genommen, es gibt jedoch auch welchen z.B. von Monin)
1 bis 2 EL Rosenblütenwasser
30 g Pistazien
Milch in einen Topf geben. Stärkemehl und Puderzucker mit dem Schneebesen einrühren und die Milch erhitzen, dabei weiter umrühren. Sobald sie kocht, Veilchensirup und Rosenblütenwasser einrühren. Die Masse wird zügig dick, dann vom Herd nehmen und gut rühren. Abkühlen lassen und immer wieder mit dem Schneebesen verrühren, damit sich keine Klumpen bilden.
Pistazien in der Pfanne rösten, bis sie fein duften. Sie dürfen jedoch nicht braun werden. Erkalten lassen und grob hacken. 12 Mini-Tarte-Böden mit der Crème füllen und mit den Pistazien dekorieren. Fertig!
Sehr fein aromatisch sind sie und gingen sicher auch wegen der Farbe weg wie warme Semmeln.
Die Zutaten für die Schokoladencrème mit Heidelbeeren (für 12 Mini-Tartes):
100 g Schokolade mit 70 Prozent Kakaogehalt
50 g Schokolade mit 90 Prozent Kakaogehalt
150 g Schlagsahne
80 bis 100 g Heidelbeeren (Ich hätte lieber Himbeeren genommen, habe aber keine aromatischen Früchte bekommen. Wen wundert's, die Saison ist vorüber.)
Heidelbeeren waschen und verlesen. Dabei ein paar schöne Beeren für die Dekoration heraussuchen.
Schokolade grob hacken und in eine Schüssel füllen. Schlagsahne zum Kochen bringen und sofort über die Schokolade gießen. Mit dem Schneebesen umrühren, bis sich die Schokoladenstücken aufgelöst haben und eine sehr cremige Schokoladenmasse entstanden ist.
Heidelbeeren auf die 12 Mini-Tarte-Böden verteilen. Schokocrème verteilen und ggf. glattstreichen. Mit Beeren verzieren und erkalten lassen. Bei Bedarf mit Puderzucker bestäuben. Fertig!
Schön schokoladig, wie nicht nur ich es mag. Dazu die knackigen Beeren. Lecker!
Die Zutaten für die gebrannte Zitronencrème (für 12 Mini-Tartes):
4 unbehandelte Zitronen
80 g Zucker + Zucker zum Karamellisieren
1 EL Stärke
2 frische Eier (Größe M)
2 Zitronen waschen, trocknen und die Schale abreiben. Ggf. fein hacken. Danach alle 4 Zitronen auspressen, der Saft sollte etwa 150 ml ergeben. Zusammen mit Zitronenabrieb, Zucker und Stärke in einem Topf auf mittlerer Stufe erwärmen, aber keinesfalls kochen. Gut mit dem Schneebesen verrühren, damit sich der Zucker auflöst und die Stärke ohne Klümpchen verteilt.
In einer Schüssel die Eier gut verquirlen. Zitronenmasse von der Herdplatte nehmen und etwas abkühlen lassen, sie darf nur ein kleines bisschen dampfen (ist sie zu heiß, gerinnen die Eier). Die Eier mit dem Schneebesen kräftig rühren und zugleich in einem dünnen Strahl die Zitronenmasse einfließen lassen. Ist alles vermengt, zurück in den Topf geben und wiederum unter eifrigem Rühren zum Kochen bringen. Sobald die Masse cremig wird, vom Herd nehmen. Gleichmäßig auf die 12 restlichen Mini-Tarte-Böden verteilen und glattstreichen. Vollständig erkalten lassen.
Kurz vor dem Servieren ungefähr 1/4 bis 1/2 TL Zucker in die Mitte der Zitronencrème geben und mit einem Brenner karamellisieren. Ich nehme dazu mein klassisches Brenneisen, für das eine möglichst ebene Oberfläche notwendig ist. Fertig!
Schon schade, dass nichts übrig geblieben ist. So hätte ich mir den Sonntag etwas versüßen können. Andererseits eine große Freude, dass nichts übrig geblieben ist. Diese Abstimmung mit den Gaumen spricht Bände.
Einen schönen sonnigen und erholsamen Sonntag wünscht euch

PS: Weil es hier und heute zu einem Drittel Lila zugeht, reiche ich die Mini-Tartes mit Veilchencrème und Pistazien ein bei








Das nenne ich auf den Putz gehauen :)
AntwortenLöschenIch bin hingerissen!!
AntwortenLöschenWeiß nicht was mir am besten gefällt.
Wunderbar!
was für ein laaaaaaaanger Titel aber Zuckersüße Torten die mich förmlich an den Bildschirm ziehen *yummy*
AntwortenLöschenTztztz da sitzt man vorm Laptop und sabbert ... wegen Dir ;)
AntwortenLöschenBitte von jeder Sorte eins an meine Adresse biiiimen *-*
LG Kerstin
OMG! Sehen die gut aus!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Carina
Sehr chic! Zitronencreme wäre mein Favorit!
AntwortenLöschenLieben Gruß aus Wien von Frau Ziii
Sehen die schön aus!! Und LECKER!! Allerdings würde dafür wahrscheinlich meine Geduld nicht ausreichen ;-)
AntwortenLöschenVielleicht könnte ich ja mal eine etwas - ähm - größere Variante probieren. Optisch wird das allerdings sicher lange nicht so schön.
Waaaahnsinn, Klasse!!!
AntwortenLöschenEines schöner als das Andere
lieben Gruß
Gaby
Veilchensirup klingt interessant. Wie der wohl schmeckt? Weckt auf jeden Fall meine Neugier.
AntwortenLöschenViel Erfolg bei deiner Herausforderung!
Uiiii, wie niedlich. Und dazu sehen sie auch noch so lecker aus, yummy. Aber da versagt bei mir wirklich der Wille zur Anstrengung, das ist zu kompliziert. Auf der Arbeit hatten wir letztens Mini-Gugelhups von Der Gugl, bestimmt nicht so lecker wie selbstgemachte Tartes, aber immerhin klein und mit einem Happs im Mund: http://genuss-und-versuchung.blogspot.de/2012/09/testbericht-der-gugl-minigugelhupf.html
AntwortenLöschenMein nächstes Backvorhaben wird wohl die Apfeltarte von "deckschonmaldentisch" - ganz easy peasy, hihi!
Liebe Grüße, Miss Jenny
Dazu kann ich nur sagen: SEUFZ. Und jetzt hole ich einen Lappen um die Sabberspuren aufzuwischen. Viel Glück bei der Herausforderung (Du packst das!) und (noch) sonnige Grüße aus Franken, Hexle
AntwortenLöschen@grain de sel: und das beste - ich konnte die cremetöpfe ausschlecken :D ganz allein :D
AntwortenLöschen@Sybille: in klein wirken tartes noch einmal ganz anders ...
@melonpan: Begeisterung lang gefasst ;)
@Kerstin: zu spät :/ Für Sabberattacken aus diesem Grund bin ich gern verantwortlich!
@Carina: danke! Einfacher kann das Auge kaum zum Mitessen angeregt werden.
@Frau Ziii: diese Zitronencrème ist super einfach hergestellt und noch dazu ohne Backen.
@Britta: mach doch Tartelettes! Sieht bestimmt auch fantastisch aus.
@Gaby: danke! Da fällt es schwer, sich zu entscheiden.
@Marichan: blumig schmeckt er, elegant und violett ;) Finde ich.
@Miss Jenny: ach, das ist ganz einfach. Die Förmchen sind etwas aufwändig, aber die Füllungen gehen ganz flott. Viel Erfolg mit dem Apfelkuchen!
@Hexle: hach, ich bibbere ja schon ein bisschen, aber dann ist's endlich geschafft :) Und keine süße Nervennahrung im Haus :'( Liebe Grüße!
Die sehen ja toll aus! Veilchensirup klingt sehr interessant. Stammt die Farbe eigentlich von den Veilchen oder ist der Sirup eingefärbt? Mir gefallen auch die Kleinen mit der gebrannten Zitronencreme.
AntwortenLöschenDanke! Die Farbe ist echt Veilchen :)
LöschenDie Minis mit Zitrone waren neben den Veilchen die raffinierten. Finde ich.
Liebe Charlotten-Bloggerin,
AntwortenLöschenich bin über das Cookbook of Colors Blog-Event auf diese kleinen Tartes gestoßen - optisch ein Knaller, und sie schmecken auch bestimmt sehr gut. Allein die Fotos regen mich dazu an, umbedingt bei baldigster Gelegenheit Veilchen-Sirup zu erstehen.
Herzliche Grüße aus dem Bonheur goûteux!
Lieben Dank! Die gingen so schnell weg, so schnell konnte ich gar nicht gucken ;) Viele Grüße!
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