2. Dezember 2012

Adventskalender Skandinavien #2: Svenskt festligt kaffebröd


Kinners, wie die Zeit vergeht!

Es ist Sonntag. Der 1. Advent. Habt ihr schon eure Weihnachtsdekoration herausgeholt? In einer Nachtaktion - Nebel war gerade keiner zu sehen, aber den hatten wir in den letzten Tagen zuhauf - haben wir die Kisten aus Kammer und Keller ans Licht gezerrt. Schwer sind sie. Kein Wunder, bei dem Fundus.

Obwohl viele altbekannte und auch alte Stücke sich in den Kisten verstecken, ist es in jedem Jahr so, als würden wir alles neu entdecken. Sanft streicht die Hand über den Räuchermann. An Gestalt traditionell, der Spielzeugverkäufer. Aber feurig modern in der Optik: feuerwehrrot. K-o-m-p-l-e-t-t. Lieblingsstück. Liebe auf den ersten Blick. Wo sind die Räucherkerzen? Im letzten Jahr waren sie abgetaucht und nicht auffindbar. Bis zum Sommer, da standen sie plötzlich vor mir. In Reih' und Glied. Hallo, hier sind wir.

Ein alljährliches Ritual gleicht einer Meditationsübung. Den Herrnhuter Stern zusammenstecken. Kurz das Gedächtnis aufgefrischt, wie ging das nochmal? Verkugelung von Rechtecken und Dreiecken. Vorsichtig Spitze für Spitze aneinandergereiht. Die Flügel der Klammern ausgebreitet. An der richtigen Stelle das Loch gelassen. Eine klettert auf die Leiter, die andere reicht den Stern nach oben. Das erste Leuchten. Das erste Erstrahlen. Ahh, so warm, so rotgolden, so umschmiegend.

So geht es in einer Tour. Lange Touren, immer wieder. Bis tief in die Nacht. Draußen brennt kein Licht mehr, die Stadt schläft. Nur in der eigenen Höhle flammt hier und da ein Lichtschein auf. Und einer fällt auf unseren Sonntagsgenuss: Svenskt festligt kaffebröd. Schwedisches festliches Kaffeebrot. Abgewandelt, halbiert und gebacken nach diesem Rezept.


Die Zutaten (überwiegend in Cups, da endlich einmal die Cup-Maßbecher zum Einsatz kommen wollten):
Für den Teig:
1/2 Cup Vollmilch
1/4 Cup Zucker
1/4 Cup Butter
1/2 Würfel frische Hefe (in 1/8 Cup warmem Wasser lösen)
1 Ei (Größe M), verquirlt
2 Cups Mehl (Type 550)
1/4 TL Salz
1/2 TL Kardamom, gemahlen

Für die Füllung:
1/4 Cup Butter, geschmolzen und wieder leicht abgekühlt
2 EL Rohrzucker
1/2 EL Zucker
1/2 TL Muskatblüte, gemahlen
1 TL Zimt, gemahlen
1/2 Cup Rosinen, grob gehackt
1/2 Cup Mandelblättchen

Für die Dekoration:
Puderzucker
Wasser

Weiter geht es nach dem nächsten Bild.


Für den Hefeteig Milch, Zucker und Butter in einen Topf geben und mäßig erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Butter geschmolzen ist. In der Zwischenzeit die Hefe in lauwarmem Wasser lösen. Milchmischung von der Herdplatte nehmen und noch ein wenig abkühlen lassen. Dann die Hefe und das Ei einrühren. In eine große Schüssel füllen.

Salz und Kardamom vermengen und in die Hefe-Milch-Mischung rühren. Nun mit dem Handmixer (Knethaken; oder in der Küchenmaschine) die Hälfte des Mehls einarbeiten. Etwa 5 Minuten kneten lassen. Nun nach und nach so viel des restlichen Mehls zufügen, bis der Teig weich und fluffig, also keinesfalls zu fest ist. Er darf nicht mehr kleben, sollte sich als Ball formen und vom Schüsselrand lösen. Ggf. braucht ihr etwas mehr oder weniger Mehl, als ich im Rezept angegeben habe. Etwa 7 bis 10 Minuten weiter kneten. In einer Schüssel abgedeckt an einem warmen Plätzchen (bei mir: auf der Heizung) ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Das kann eine oder anderthalb Stunden dauern.

Inzwischen wird die Füllung vorbereitet. Butter schmelzen und wieder abkühlen lassen, bis sie nur noch lauwarm ist (im Kühlschrank oder an der frischen Luft). Zucker und Gewürze mit dem Schneebesen einrühren.

Teig aus der Schüssel herausnehmen und ein, zwei Mal auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche werfen. Mit den Händen zu einem Rechteck ausbreiten, dann zum Nudelholz greifen und weiter ausrollen. Die kurze Seite sollte etwa 20 cm messen, die lange 40 bis 45 cm. Danach die Buttermasse aufstreichen, dabei einen ca. 2 cm breiten Rand umlaufend frei lassen. Gleichmäßig mit Rosinen und Mandelblättchen bestreuen. Nun an der vor der Bäckerin oder dem Bäcker liegenden Längsseite mit dem Aufrollen beginnen. Den oberen Teigrand vor dem Zusammenkleben mit etwas Wasser bestreichen und gut andrücken.

Auf einem Backblech Backpapier ausbreiten und die Teigrolle als Ring ablegen. Die Enden gut und möglichst ohne Rand verkleben, ggf. wieder mit etwas Wasser. Mit einer Küchenschere die Teigrolle im Abstand von etwa 4 bis 5 cm in Richtung Ringmitte fast durchschneiden, aber nur fast. Im Idealfall eine gerade Anzahl an Schnitten! Jedes zweite Stück nehmen und wie bei einem Überschlag um 180 Grad in die Mitte umlegen. (Alles findet ihr hier bebildert, ich hatte leider keine Hand frei zum Fotografieren.) Wer mag, bestreicht die Oberfläche mit Eigelb. Ich nehme stattdessen immer Milch.

Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Ring in der Zwischenzeit noch etwas gehen lassen. Dann 30 bis 45 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Herausnehmen und abkühlen lassen. Zum Schluss Puderzucker mit Wasser vermischen, bis eine cremige Masse entsteht, und dekorativ über das Kaffeebrot verteilen.


Begeisterung pur. Nicht nur optisch ein Hochgenuss, nein, auch gustatorisch perfekt. Am besten schmeckt es am selben Tag und am Tag danach. Falls dann noch etwas übrig sein sollte, am besten in der Mikrowelle oder auf dem Toaster etwas erwärmen, und es schmeckt wieder wie gerade erst gebacken.


Das wird schneller wieder gebacken als ihr "Lecker!" sagen könnt, versichern euch

und

Kommentare:

  1. Ohhh! das sieht auch superlecker aus!
    Sehr schöne Fotos, ich könnt gerade reinbeißen, würde auch so gut zur Uhrzeit passen ;-)
    Wünsche einen schönen 1. Advent!

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  2. Sieht toll aus! Euch beiden einen schönen ersten Advent - mit herzlichen Grüßen!

    Und euren Kalender vom letzten Jahr habe ich verlinkt im Sideboard...

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  3. Wie gut, dass ich auch endlich die richtigen Messbecher habe...

    Schaut toll aus euer Kranz!!!

    Einen wunderschönen ersten Advent

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  4. Das ist ja ne riesen Portion, wer soll denn das alles essen?? Aber ihr trefft in mein kulinarisches Herz, ich liebe dieses ganze Hefezeug! Schönen ersten Advent wünsche ich euch! VG Dirk

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  5. Klasse*Klasse*Klasse
    seufz, ich frage mich, wann ich das von Euch alles nachbacken soll,
    vorerst freu ich mich an den Bildern
    Liebe Grüße

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  6. @Britta: Kaffeebrot passt auch zum Frühstück :D Passt eigentlich zu jeder Tageszeit! Auch Dir noch einen schönen Rest-1.-Advent :)

    @grain de sel: ui, das ist ja eine besondere Ehre! Mit roten Bäckchen viele liebe Grüße und einen schönen Ausklang des 1. Advents :)

    @Sybille: gell? Und wenn man sie hat, muss man sie unbedingt einsetzen! Liebe Grüße und einen schönen Adventsabend!

    @Dirk: Ach was, das sieht nur so groß aus! Oder wolltest Du uns beim Aufessen helfen?? Seit Hefe sich nicht mehr verweigert, gehen wir ganz mit ihr auf. Übertragen gesprochen ;) Liebe Grüße und einen schönen Ausklang des 1. Advents!

    @Gaby: am besten heute noch anfangen?! ;) Liebe Grüße und nur keinen Stress! Schönen Adventssonntagabend.

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  7. ja genau Schokozwerg, so habe ich es gemacht, am 3.12. gab es ein Charlotten-Blog-Back-Tag :-)
    Das Rezept habe ich 1:1 übernommen, die Gewürze hatte ich frisch gemörsert, sie haben wunderbar geduftet.

    Begeisterte Grüße Gaby

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    1. Frisch gemörsert sind Gewürze am besten. Ich muss mir unbedingt eine vernünftige Mühle zulegen. Fein! Deine Begeisterung begeistert uns :) Liebe Grüße!

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